Montag, Januar 11, 2010

Angeignete und übertragen Zitate - teil IV

"Was mich am stärksten stört sind [Spielsituationen] die wie [Spielsituationen] wirken, die nur existieren um die Spieler anzusprechen; unabhängig davon was es mit den Charaktern zu tun hat oder irgendeinem Gespür für [die Spielweltrealität]. Alles in [diesen Spielrunden] passiert über [den Spielinhalt] hinweg und dadurch wirkt das Ganze gestellt und falsch."

Zur Frage warum ich mich mit den meisten selbsternannten Storytellern nichts anfangen kann.

Kommentare:

alexandro hat gesagt…

Welcher Erwin hat *das* Zitat verbrochen?

Georgios hat gesagt…

Das Original stammt von Drew McWeeny in einer negativen Kritik zu "Beyond a Reasonable Doubt". Die Übersetzung und Übertragung aufs Rollenspiel stammt von mir.

Und ich sehe das auch so. Der springende Punkt ist nicht ob eine Spielsituation wie eine solche wirkt, sondern dass sie allein dafür existiert. Und dass der Bezug zu der Welt und den Charakteren entweder gar nicht oder nur rückwirkend eingefügt wird.

pichen hat gesagt…

Ich kann mir solch eine Spielsituation schlecht vorstellen. Gibt doch bitte mal ein Beispiel.

Georgios hat gesagt…

Das gibt's in vielerlei Formen. Angefangen von

"Der NSC überlebt diesen mächtigen Schlag des Kämpfers, weil er später noch ein mal auftauchen soll."

über

"Ihr seid zu viert? Also warten 4 Skelette im Pentagramm auf euch."

bis hin zu

"Mein Paladin sticht den gewählten Bürgermeister von hinten ab, wenn er mir den Rücken zudreht."

Kurz... jede Entscheidung, die getrennt von ihrer Einbindung in die Spielwelt und die Charaktere gefällt wird und lediglich auf Spiel(wert)ebene Sinn ergibt, lässt das Spiel irgendwie gestellt und falsch erscheinen.

Das mag manchmal unvermeidbar sein. Aber ich denke als Rollenspieler sollte man schon eine gewisse Aversion gegen solche Dinge haben und sie wo immer es geht zu vermeiden suchen.

Georgios hat gesagt…

Beim Nachlesen fällt mir auf, dass das weniger Spielsituation sind als Handlungen.

Die gemeinten Spielsituationen sind eher plump ins Spiel gesetzte Kämpfe, Aufgaben, Probleme und Konflikte... die nicht aus dem Spiel heraus entstehen oder in der Spielwelt verankert sind, sondern ihre einzige Daseinsberechtigung und Erklärung darin haben den Spielern etwas zu tun zu geben.

Wenn du dir meinen ersten Podcast angehört haben solltest.. dann wäre das ein Fall in dem der SL zwar Spielinhalte liefert, aber die Welt unzureichend von ihm gespielt wurde, und so die Spielsituationen eben falsch und gestellt wirken.